Nachbarn und Partner

Der Zug zur gemeinsamen Heimat fährt nach Europa

Die deutsch-polnischen Beziehungen sind komplex und nicht immer leicht. Es gibt vieles zu überwinden und zu verstehen. Das gilt für Polen und für Deutsche gleichermaßen. Basis der sich seit dem Zusammenbruch des Kommunismus zunehmend bessernden Beziehungen sind die bilateralen Partnerschaften auf kommunalpolitischer Ebene. Der Abschluß eines deutsch-polnischen Partnerschaftsvertrages macht viel für das gegenseitige Verstehen aus, denn wahre Freundschaft wächst von unten. Von besonderer Bedeutung sind Kommunalpartnerschaften zwischen Kreisgemeinschaften der deutschen Heimatvertriebenen und den polnischen Gebietskörperschaften in den Heimatgebieten. Seit der Wendezeit 1989/90 sind es Jahr für Jahr die deutschen Heimatvertriebenen gewesen, die sich um den Dialog und den Verständigungsprozeß von unten bemüht haben. Zu Tausenden sind sie in ihre Heimatgebiete gereistund haben über die Heimatkreisgemeinschaften ein Netzwerk des kulturellen Austauschs und der sozial-humanitären Hilfe aufgebaut.

 So zeigt das rechts nebenstehende Bild den Abschluss eines Kommunalpartnerschaftsvertrages zwischen der ostpreußischen Heimatkreisgemeinschaft Preußisch Holland und dem polnischen Landkreis Elbing /Elblag im Jahr 2003. Altbürger und Neubürger eines Kreises wollen ganz im europäischen Geist Hand in Hand an der gedeihlichen Zukunft der gemeinsamen Heimat arbeiten. Dies realisiert sich in zahlreichen Partnerschaftsprojekten und -treffen. Die deutschen Heimatvertriebenen haben - wie auch die polnischen Gebietskörperschaften - die Bewahrung des kulturellen Erbes als Ziel. Kooperation ist eine logische Strategie und Freundschaft ein vielfach erreichtes Ergebnis. Die AKP will diesen Geist fördern, indem sie regelmäßig hochrangig besetzte Kongresse zwischen Partnerschaftsträgern und Partnerschaftsinteressierten organisiert und sie will deutschen und polnischen Gebietskörperschaften und Heimatkreisgemeinschaften in ihren Bemühungen um den vertieften Dialog und die Partnerschaftsarbeit beratend zur Seite stehen.

Die im Jahr 2000 von Bernd Hinz als Stellvertretender Sprecher einer ostdeutschen Landsmannschaft begründete Initiative eines deutsch-polnischen Kongresses hat nachhaltig Vertrauen zwischen Polen und den dialogorientierten deutschen Heimatvertriebenen geschaffen. Die Initiative führt die AKP seit ihrer Gründung 2005 mit wachsendem Erfolg fort. Immer mehr deutsche Kommunen und Kreise binden sich in das Projekt mit ein. Viele haben Patenschaften mit ostdeutschen Heimatkreisgemeinschaften. 2011 hat sich auf dem Hambacher Schloss mit Marek Prawda erstmals ein polnischer Botschafter bei einer von Heimatvertriebenen organisierten Tagung, dem deutsch-polnischen Kommunalpolitischen Kongress der AKP, aktiv mit eingebunden. "Ich sehe uns auf einer Wellenlänge", bescheinigte der Vertreter des polnischen Staatspräsidenten dem AKP-Vorsitzenden in einer emotionalen und visionären Rede zur Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen. Die AKP sieht sich in ihrem Kurs bestätigt. Sie ist zum wichtigsten kommunalpolitischen Forum für den deutsch-polnischen Dialog unter Einbeziehung der deutschen Heimatvertriebenen geworden.

Der Zug zur gemeinsamen Heimat fährt nach Europa.

WDR-Rundfunkbeitrag vom 6.11.2011 zur AKP

Rundfunkbeitrag von proFutura, gesendet auf Radio Oppeln zur AKP, 2010